Wohnungssuche in Lyon

Ab und an bin ich auf der Suche nach einer Wohnung. Ich bin zwar derzeit gut untergebracht, hätte jedoch nichts dagegen, mich in eigenen vier Wänden etwas mehr auszubreiten.

Die Wohnungssuche in Frankreich zeichnet sich vor allem durch ein sehr starkes Agenturgeschäft aus. Die Vermittlungsprovisionen (honoraires) belaufen sich hierbei auf ca. eine Monatsmiete. Doch bitte Vorsicht vor einer schnellen Unterschrift: in Frankreich kann es neben den “offiziellen” Gebühren solche Nettigkeiten wie frais d’ouverture de dossier geben, also Bearbeitungsgebühren oder Ähnliches. Daher vorher bei der Agentur genau nachfragen.

Und ganz wichtig: Niemals (!) über Agenturen gehen, die vor einer Wohnungsbesichtigung eine Gebühr (die sich dann frais d’agence nennen, ca. 160 Euro) kassieren. Die Adresslisten, die der arme Suchende dann erhählt, sind oftmals nicht mehr aktuell, und es werden nur sehr wenige freie Wohnungen neu angeboten.

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(Bild: Screenshot einer Anzeige einer Immobilienagentur, von der ich abraten würde.
Quelle: ParuVendu.fr)

Aber ganz ehrlich: ich verstehe nicht, warum sich Agenturen um die Vermietung von Wohnraum kümmern. Ich finde den Service von Agenturen ziemlich schlecht. Bei meiner Suche per Internet auf seloger.com fand ich eine Reihe von interessanten Angeboten und rief fleißig bei den jeweiligen Agenturen an, bat um Rückruf oder um Rückmeldung per E-Mail. Manchmal wurde ich sogar tatsächlich zurückgerufen, aber besonders hilfreich fand ich die Damen oder Herren nicht, vor allem, wenn ich sie nach mehreren Wohnobjekten befragte. Da schlich sich doch einmal bei mir der Verdacht ein, dass ich ihnen etwas Unmenschliches abverlangte.

In der Tat, denn immerhin hatte ich ja leider nicht vor, eine Wohnung zu kaufen sondern “nur” zu mieten. Und die Provisionen sind bei Verkaufsobjekten natürlich wesentlich höher als bei Mietobjekten. Klar, dass da die Motivation eine andere ist…

Für alle die, die sich dennoch nicht abschrecken lassen und nach einer Wohnung in Lyon suchen möchten (oder müssen ;-), kann ich folgende Internetseiten empfehlen:

www.seloger.com: meiner Meinung nach eine sehr gute Seite mit vielen Tipps rund um die Wohnungssuche, wichtigen Adressen, z.B. für einen kostenfreien Kredit für die Wohnungskaution für alle unter 30-Jährigen und einer guten Suchfunktion (frankreichweit, auch für WGs =”colocation”).
Leider sind die als aktuell angepriesenen Anzeigen nicht immer auf dem neuesten Stand. Bitte Vorsicht bei den Anzeigen mit einer 0899-Vorwahl. Das sind die französischen 0190er Nummern. Nach ungefähr 3-5 Tagen wird diese Nummer herausgenommen und die direkten Kontaktdaten werden veröffentlicht. Wer also warten kann und nicht sehr dringend sucht, sollte diese Zeit verstreichen lassen.

www.paruvendu.fr: Internetseite der gleichnamigen, wöchentlich erscheinenden (immer montags), kostenlosen Kleinanzeigenzeitschrift. Hier muss sich erst mal an die richtige Stelle durchgeklickt werden. Auf dieser Seite befinden sich viele zweifelhafte Agenturen (s.o. Bild), aber ansonsten sind die Anzeigen tendenziell aktuell.

www.colocation.fr: Anzeigen für WGs, die Seite kenne ich ehrlich gesagt nicht so gut.

Für alle Studenten wichtig: Bei der französischen CAF (Caisse allocations familiales) kann ein Wohnungszuschuss beantragt werden, auch für Nicht-Franzosen. Auf deren Website können Anträge heruntergeladen und direkt eingegeben werden. Erspart eine Menge Zeit, vor allem beim sinnlosen Anstehen in meterlangen Warteschlangen. www.caf.fr

Ich glaube, ich lasse das mit der Wohnungssuche erst einmal sein. Die Mieten sind hier unverschämt teuer, wenn man hier etwas Anständiges mieten will. Und zu guter Letzt: Einmal im Jahr, im November, wird die taxe d’habitation, die Wohnsteuer, fällig. Und die wird je nach arrondissement, Größe und Baualter der Wohnung anders berechnet. (Weitere Infos zur französischen Wohnsteuer) Die Wohnsteuer scheint mir ein altes Überbleibsel aus vergangenen Zeiten zu sein. In Deutschland gibt es das jedenfalls nicht. Immerhin ist in Frankreich die Fenstersteuer schon Ende des 19. Jahrhunderts abgeschafft worden…

Viel Spaß beim Wohnen!

ist seit ihrer Kindheit an Medien interessiert: Zunächst gestaltet sie die Mini-Zeitung, die sie unter ihren Klassenkameraden verbreitet. Auch mit kleinen, privaten Radiosendungen hält sie ihre Nachbarn und Freunde bei Laune.

Im Jahr 2000 macht sie ein Praktikum bei der Badischen Zeitung und tastet sich an den Beruf des Journalisten heran.

Nachdem sie das Internet als neues Medium für sich entdeckt, startet sie 2006 diesen Blog, um über ihr Leben als Deutsche in Frankreich zu erzählen.

Kurz darauf (2007) launcht sie ihre professionellen Blogs zum internationalen Online-Recruiting (www.online-recruiting.net) und 2011 Social Media Recruiting (www.socialmedia-recruiting.com).

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