Präsidentschaftswahlen 2007 – V – Les présidentielles – Erster Wahldurchgang

Am 22. April haben beinahe 85 Prozent der Franzosen ihre bürgerliche Pflicht erfüllt und haben die beiden Kandidaten bestimmt, die am 6. Mai beim zweiten Wahldurchgang teilnehmen werden. Das Ergebnis des ersten Wahltags erklärte Nicolas Sarkozy mit 31,2 Prozent der Wählerstimmen an die Spitze, gefolgt von Ségolène Royal mit einem Anteil von 25,9 Prozent. An die dritte Stelle wurde François Bayrou von der lieberalen Zentrumspartei UDF mit 18,6 Prozent gewählt. Schlechter als prognostiziert fiel das Ergebnis des rechtsextremen Le Pen aus: Er schaffte es lediglich auf 10,4 Prozent, womit er beispielsweise noch weit vor der Partei der Grünen (Les Verts) lag, die in diesem Jahr gerade auf 1,6 Prozent kam.

Die ersten Ergebnisse der Hochrechnungen dürfen in Frankreich nie vor 20 Uhr bekannt gegeben werden (Warum nur?). Dies trübt hier jedoch keineswegs die Stimmung eines wirklich politisch Interessierten: Die Internetseiten von belgischen und Schweizer Nachrichtensendern und Zeitungen stellen ab 18 Uhr Tendenzen zur Verfügung.

Bei der offiziellen Bekanntgabe der ziemlich zuverlässigen Hochrechnungen werden diese natürlich ausführlich mit Parteiverantwortlichen im Fernsehen diskutiert. Dazwischen werden Stellungnahmen der ersten vier Präsidentschaftsanwärter übertragen: Sarkozy zeigt sich siegessicher und nimmt ein Bad in der jubelnden Menge seiner Anhänger. Bayrou erklärt, dass seine dritte Position in der diesjährigen Wahl belegen würde, dass sich Frankreich auf einen Wechsel einstellte, auch wenn sich die Mehrheit der Wähler noch immer auf die großen Parteien stützte. Le Pen behauptet, Sarkozy hätte ihm viele Wähler abgeworben, da sich jener sehr stark der rechtsgerichteten Politik angenähert hätte. Royal, sichtlich gerührt, zeigt sich kämpferisch und beginnt umgehend damit, die Wähler Bayrous auf ihre Seite zu locken.

Diese wird sie auch dringend benötigen, wenn sie es zu Frankreichs erster Präsidentin bringen möchte: In den meisten Umfragen liegt Sarkozy bei einem Duell Ségo-Sarko einen Hauch vorne.

Bis zum zweiten Durchgang am 6. Mai haben die beiden Aspiranten einen direkten Medien-Zweikampf vor sich, der kommenden Mittwoch, 2. Mai im privaten Fernsehsender TF1 ab 20.50 Uhr live ausgestrahlt wird.

Und hier eine kleine phonologische Anmerkung, da ich festgestellt habe, dass viele Internetbesucher nach der korrekten Aussprache des Namens Ségolène suchen. Hier also meine Lautschriftübersetzung: /Seegolän/ mit einem Akzent auf der letzten Silbe. Royal geht auch so, oder?

Frohes Wählen allen Franzosen (ich darf leider immer noch nicht wählen…)

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ist seit ihrer Kindheit an Medien interessiert: Zunächst gestaltet sie die Mini-Zeitung, die sie unter ihren Klassenkameraden verbreitet. Auch mit kleinen, privaten Radiosendungen hält sie ihre Nachbarn und Freunde bei Laune.

Im Jahr 2000 macht sie ein Praktikum bei der Badischen Zeitung und tastet sich an den Beruf des Journalisten heran.

Nachdem sie das Internet als neues Medium für sich entdeckt, startet sie 2006 diesen Blog, um über ihr Leben als Deutsche in Frankreich zu erzählen.

Kurz darauf (2007) launcht sie ihre professionellen Blogs zum internationalen Online-Recruiting (www.online-recruiting.net) und 2011 Social Media Recruiting (www.socialmedia-recruiting.com).

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