Metro, U-Bahn, Schwarzfahren in Lyon

tcl-ticket.jpgAuch dieses Mal schöpfe ich aus einem Artikel meines Internautilus-Vorgängerblogs. Nur hat sich dieses Mal einiges geändert: Ich fahre nicht mehr schwarz!

Dennoch gab es eine Zeit, als ich mich regelrecht dazu berufen fühlte, die äußerst schwachen Mechanismen der Kartenkontrolle zu umgehen. Zum Beispiel, als ich Ende 2002 als mittellose ERASMUS – Studentin nach Lyon kam, und darauf bedacht war, meine letzten Momente als träumerische Rebellin auszukosten.

Seitdem ich jedoch zur arbeitenden Bevölkerung zähle, habe ich mein Verhalten geändert und bin nun seit beinahe drei Jahren stolze und regelmäßige Nutzerin meiner Carte Técély (Der Name der Monatskarte, die jeden Monat frisch aufgeladen wird). Zudem haben die Lyoner Transport- und Verkehrswege TCL Sicherheitstüren und -schranken an jedem U-Bahneingang und -ausgang platziert und die Fahrkartenkontrolleure haben ihre Technik verbessert: Anstatt so wie vorher den Schwarzfahrern die Möglichkeit zu geben, sich vor der Kontrolle heimlich aus dem Staub zu machen, lassen die Beamten – dennoch immer gut erkennbar dank ihrer eindeutigen Uniformen – Passagiere weder aus der Bahn aus- noch in die Bahn einsteigen und verlangen jeweils das Vorzeigen eines gültigen Tickets.

So bleiben den geneigten, heutigen Schwarzfahrern nur noch zwei Dinge zu tun:

  1. Im richtigen Moment mit einem Fahrgast zusammen die Schranken zu passieren, um kostenfrei Metro zu fahren
  2. Und ebenfalls im richtigen Moment, dann wenn die Schaffner unterwegs sind, der französischen Sprache nicht mächtig zu sein

Wer erwischt wird und um das Bußgeld nicht herumkommt, hat die Möglichkeit, die Strafe sofort und mit französischer Bankkarte (evtl. sogar mit einer Kreditkarte, ist mir noch nicht passiert) zu bezahlen. Derjenige, der direkt die Schulden berappt, erhält sogar einen “Bonus”: Anstelle von 78 Euro sind dann nur noch 40 Euro fällig. Das lohnt sich, wenn man sich nicht allzu oft erwischen lässt. Französische Logik…

Happy Frauding! (frauder – frz. schwarz fahren, Anm.)

ist seit ihrer Kindheit an Medien interessiert: Zunächst gestaltet sie die Mini-Zeitung, die sie unter ihren Klassenkameraden verbreitet. Auch mit kleinen, privaten Radiosendungen hält sie ihre Nachbarn und Freunde bei Laune.

Im Jahr 2000 macht sie ein Praktikum bei der Badischen Zeitung und tastet sich an den Beruf des Journalisten heran.

Nachdem sie das Internet als neues Medium für sich entdeckt, startet sie 2006 diesen Blog, um über ihr Leben als Deutsche in Frankreich zu erzählen.

Kurz darauf (2007) launcht sie ihre professionellen Blogs zum internationalen Online-Recruiting (www.online-recruiting.net) und 2011 Social Media Recruiting (www.socialmedia-recruiting.com).

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