Flüchtige Begegnungen in Lyon

iris photo Gosia KaszlikowskiHeute ist mein letzter Arbeitstag in Lyon! Dann geht’s nächste Woche per Umzugswagen weiter nach Strasbourg.

Ich will jetzt ja nicht über-nostalgisch werden, aber so ein paar lustige Begegnungen möchte ich hier noch anbringen.

Wie zum Beispiel den älteren Herr, den ich jeden Morgen beim Hinaufgehen der U-Bahntreppen am Place Bellecour zum Bus Nr. 58 getroffen habe: Da saß er seelenruhig auf der Treppe (selbst im Winter und bei Regenwetter) auf einer kleinen Zeitung und rieb sich sein Knie. Jedem Passanten wünschte er einen guten Tag! Jedes Mal!

Oder der Obdachlose, den ich jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit (alsi die Büros noch in St. Priest waren) ebenfalls an einem U-Bahn Aufgang bei Grange Blanche sah. Dieser war eher schüchtern und bekam nur ein leises “Bonjour” über die Lippen. Eines Tages habe ich ihm mal alle meine verbleibenden Restaurant Tickets am Jahresende vermacht. Ich hoffe, er konnte es sich damit ein paar Tage lang gutgehen lassen. Ich denke nicht, dass er sie (nur) in Alkohol angelegt hat.

Dann die Dame, die ich eine Zeit lang an der Tram-Haltestelle gesehen habe: Auch sie sagte jeden Tag höflich “Guten Tag”, aber sie nahm nie ihren kleinen iPod Shuffle von den Ohren. Eine Unterhaltung war damit leider nicht möglich.

Schließlich nicht zu vergessen sind natürlich

  • die netten Menschen aus meinem Friseursalon (wirklich empfehlenswert!)
  • die lustige Dame aus dem Bastel- und Bioladen, der auch als Abholort des lokalen Biogemüses von “Les Paniers de Martin
  • meine etwas schroff wirkende (aber im Grunde doch liebenswerte) Gardienne, die allen Widrigkeiten zum Trotz meine Wohnungstür aufgekriegt hat, als der Schließmechanismus bereits kaputt war
  • der eifrige Elektriker, den ich meistens zu wirklich unnötigen Elektro”pannen” herbeirief, und der mich immer wieder dazu bringen wollte, ihn zum Spaghettiessen einzuladen
  • die liebe Nachbarin, mit der ich mich immer gut über Pflanzen unterhalten habe und die mir netterweise richtig gute Pflanzenerde für meinen Ficus gegeben hat.
  • und noch eine Nachbarin, der ich das Faxgerät an die Telefonleitung angeschlossen habe, damit sie ihre Erbschaftsangelegenheiten in Osteuropa regeln konnte.

Soviel zu den flüchtigen Begegnungen. Die längeren Begegnungen und Freundschaften behandle ich hier natürlich nicht. Ds ist persönlich, und an diese Menschen werde ich mich sowieso erinnern.

Das Foto oben ist wieder eines von Gosias Lyon-Bildern. Es stellt das römische Amphitheater in Lyon dar.

ist seit ihrer Kindheit an Medien interessiert: Zunächst gestaltet sie die Mini-Zeitung, die sie unter ihren Klassenkameraden verbreitet. Auch mit kleinen, privaten Radiosendungen hält sie ihre Nachbarn und Freunde bei Laune.

Im Jahr 2000 macht sie ein Praktikum bei der Badischen Zeitung und tastet sich an den Beruf des Journalisten heran.

Nachdem sie das Internet als neues Medium für sich entdeckt, startet sie 2006 diesen Blog, um über ihr Leben als Deutsche in Frankreich zu erzählen.

Kurz darauf (2007) launcht sie ihre professionellen Blogs zum internationalen Online-Recruiting (www.online-recruiting.net) und 2011 Social Media Recruiting (www.socialmedia-recruiting.com).

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