Straßburger Münster angestrahlt

Schon etwas mehr als einen Monat lebe ich in Straßburg. Mein erstes Fazit ist sehr positiv. Schöne, kleine Parks gerade um die Ecke, jede Menge Fahrradwege (wenn nur mein Knie mitspielen würde…), gute Restaurants und ein vielversprechendes kulturelles Programm. Heute ein kleiner Ausschnitt davon -

Auf der internautilus Facebook Seite habe ich es bereits hochgeladen: Ein Video zum angestrahlten Münster in Straßburg. Den ganzen Sommer von Anfang Juli bis Ende August wurde jeden Abend ab 22h00 der Dom in bunte Farben getaucht. Das Ganze wurde mit Musik untermalt und erinnerte mich stark an die Lyoner Fête des Lumières, bei der in der gesamten Lyoner Stadt Gebäude angestrahlt werden.

Die Elsässer haben hier einen richtig guten Job gemacht: Das Lichtspektakel ließ nichts zu wünschen übrig und kann mit dem Lichterfest in Lyon seht gut mithalten. Neben dieser Attraktion gab es ebenfalls eine Lichtershow, die “Rêverie au fil de l’eau” in Hafennähe - bei der Prsequ’Ile André Malraux. Leider hatte ich meinen Fotoapparat nicht rechtzeitig zur Hand, um zu filmen. Denn ich bin da rein zufällig drüber gestolpert.


Rêverie au fil de l'eau
envoyé par VilledeStrasbourg. - L'actualité du moment en vidéo.

Ein längeres Video hierzu, aber in etwas schwächerer Bildqualität, gibt es auf wat.tv

Straßburg - da bin ich!

Nach einem reibungslosen Umzug mit toller Hilfe von Freunden, Nachbarn, Bekannten und Familie (danke nochmals an alle!), bin ich seit ungefähr einer Woche dabei, ein wenig Ordnung ins Chaos zu bringen:

  • Kisten auspacken
  • Einräumen
  • putzen und bohnern
  • Computer, Fernsehen, Telefon anschließen (wenn SFR nur etwas schneller sein könnte - habe immer noch keine Festnetzleitung. Internetzugang habe ich dank meines Vertrags mit dem selben Anbieter, der es mir ermöglicht, über Hotspots ins Netz zu kommen)
  • mich in Möbelhäusern rumtreiben, um das Chaos noch weiter zu minimieren. Kleine Randnotiz für alle, die zu IKEA möchten: es gibt einen kostenfreien Shuttlebus-Service (navette gratuite) von der Tram-Haltestelle Rotonde bis vors Möbelhaus. Tolle Sache, denn zu Fuß wär’s zu weit, und die öffentlichen Verkehrsmittel fahren da nicht hin.

Und zwischendurch lass ich es mir dann auch mal gutgehen und gehe die Stadt erkunden. Einmal war ich im Flam’s, das gerade neben dem Straßburger Münster liegt. Und gestern ging’s auf ein Apéro-Bier in einen kleinen, schmucken und gepflasterten Kneipenhinterhof. Dort gibt es mehrere Bars und Restaurants. Wie dieser Ort genau heißt, muss ich bei Gelegenheit herausfinden.

Auf dem Rückweg konnte ich einen schönen Blick aufs Münster festhalten (zum Vergrößern der Bilder, bitte darauf klicken) - auch dieses werde ich mir sobald wie möglich genauer ansehen. Zu sehen gibt es hier sowieso jede Menge. Ich freue mich drauf!

Guten Wochenstart!

Velov in Lyon - Velhop in Strasbourg: der feine Unterschied

Auch wenn ich anfangs in Lyon noch Bedenken hatte, mit dem (Leih-)Fahrrad durch die Straßen zu gondeln, habe ich mich Anfang 2009 doch eines Besseren belehren lassen und bin jetzt sogar ein richtiger Fan von den rot-silbrigen Drahteseln Vélov.

Daher war ich umso erfreuter, als ich vor kurzem feststellte, dass Straßburg, mein zukünftiger Wohnort, ab September 2010 das Leihrad-System Velhop (gibt noch keine offizielle Website…?) eingeführt wird. Ich wurde aber schnell enttäuscht: Denn die Nutzer sind gezwungen, das Rad genau an der Station abzugeben, an der sie es ausgeliehen haben. Was soll das denn? Das einzig Interessante an diesen Dingern ist doch gerade, dass man sich ein Fahrrad nimmt, die Strecke zurücklegt und es dann dort an einer passenden Andockstation stehen lässt. Denn wenn ich z.B. 15 Minuten benötige, um ins Schwimmbad zu fahren, dort zwei Stunden verbringe und danach wieder zurückfahre, muss ich mir eine Tageskarte für 5 Euro kaufen. Denn eine Stunde Ausleihen kostet bereits 1 Euro - und davon steht das Fahrrad 45 Minuten einfach nur rum. Dafür kann ich ja günstiger mit der Tram oder mit dem Bus fahren!

Es werden zunächst 1.852 Bikes ins Rennen geschickt. Stellt Euch mal vor, wenn davon täglich mehr als die Hälfte einfach irgendwo angekettet rumstehen. Die können dann nicht genutzt werden, und wie ich die Franzosen kenne, werden sie sofort auf die Barrikaden gehen und lautstark meckern!

Das Jahresabnonnement ist mit 99 € auch recht teuer. Zum Vergleich: Vélov Lyon nimmt 15 Euro Jahresgebühr. Die ersten 30 Minuten pro Fahrt sind jeweils gratis, was für Fahrten in der Stadt in der Regel vollkommen ausreicht. Wenn nicht, einfach das Rad vor Ablauf der Frist an einer Station abstellen und ein neues nehmen ;-)

Jedenfalls werde ich mich dem Strasbouger Leihfahrrad System bestimmt nicht anschließen. Ich hatte zwar sowieso geplant, mein Fahrrad endlich aus dem Keller meiner Eltern zu befreien und es zum ersten Mal mit mir umziehen zu lassen (es wartet schon seit zehn Jahren darauf, mich begleiten zu dürfen und soll jetzt erhört werden!). Aber so ein Leihfahrrad kann für bestimmte (Not-) Situationen schon sehr praktisch sein. Man denke z.B. an einen so genannten “Spontan-Streik” der öffentlichen Verkehrsmittel, weil ein Busfahrer von einem Fahrgast angepöbelt wurde. In Lyon schon alles vorgekommen…

Na denn, Petri heil oder Heiliger Drahtesel. Wie heißt das nochmal für Radfahrer? Hals- und Beinbruch?

Vorbereitungen Umzug Lyon - Strasbourg. Die Zeit rennt!

Wahnsinn! Die Zeit verstreicht beinahe so schnell wie draußen gerade das Unwetter anrückt. Seit meinem letzten Post, in dem ich über das Public Viewing im Lyoner Goethe Institut berichtet habe, ist so einiges passiert (außer, dass Spanien anstelle von Deutschland 2010 Weltmeister geworden ist…):

Bei einem Kurztrip (verlängertes Wochenende) nach Straßburg, haben wir an die zehn Wohnungsbesichtigungen gemacht. Über die Modalitäten bei der Wohnungssuche in Frankreich habe ich bereits berichtet. Eine davon haben wir ausgewählt, und diese war beinahe unser Favorit. Hat alles, was wir wollten, nur keinen Balkon und lediglich eine recht kleine Küche. Dafür liegt sie sehr zentrumsnah, was mir als zukünftiger Home Office Angestellten sehr recht ist. Da komm ich Feierabends schneller ins Schwimmbad, kann in der Mittagspause einkaufen gehen oder einfach einen Arbeitsplatz im Freien suchen, wenn mir die vier Wände zu eng oder zu einsam werden.

Daneben sind und waren einige verwaltungstechnische Dinge zu klären. Und hier spreche ich nicht nur von Dingen wie Wohnung kündigen oder den Stromanschluss abbestellen. Da ich in Frankreich vom Home Office aus für ein deutsches Unternehmen arbeiten werde, unterstehe ich dem französischen Sozial- und Versicherungssystem. Auch die Steuern werde ich weiterhin im Land der Gallier lassen.

Und all diese Dinge müssen nicht nur in Erfahrung gebracht, sondern auch umgesetzt werden. Soll heißen, dass mich mein Arbeitgeber in Frankreich anmelden muss, etc. Genau darum kümmere ich mich auch, denn die Gespräche werden in französischer Sprache gehalten, was ich für meinen Arbeitgeber gerne übernehme.

Tja, und Ende Juli heißt es dann Au revoir Lyon!
Netterweise hilft mir unter anderem eine ehemalige Trierer Studienkollegin. Sie hat mich samt Sack & Pack im September 2002 nach Lyon zu meinen sechs Monaten ERASMUS gefahren. Wir fanden die Idee ganz witzig, dass sie mich auch gebührend wieder “nach Hause” bringt ;-)
Danke an sie!

So, und jetzt muss ich Kartons packen. Einige meiner Möbel habe ich auf der kostenlosen Kleinanzeigen Seite LeBonCoin.fr verhökert. Das ist das französische Pendant zu Ebay und klappt auch wirklich gut. Nur sollte man sich als Verkäufer darauf einstellen, dass sich sehr viele Interessenten melden und dann oftmals zu den ausgemachten Terminen gar nicht erscheinen. Daher ist eine gewisse Vorlaufzeit vor dem eigentlichen Verkauf zu empfehlen. Damit die Ware beim Auszugstermin auch wirklich weg ist.

Zum Abschluss noch ein weiteres Bild aus Gosias wirklich genialer Lyon-Photosammlung!

Iris-Photo