Fussball WM 2010 - Public Viewing im Lyoner Goethe Institut

Was macht man eigentlich als Deutscher, wenn man in Lyon unter Gleichgesinnten die Fußball WM mitverfolgen möchte? Ist doch ganz klar: Man geht ins Lyoner Goethe Institut. Es befindet sich nicht unweit von der Place Bellecour, mitten im Stadtzentrum.

Gestern Abend sind wir dann also zum entscheidenden Qualifikationsspiel Deutschland - Ghana dorthin gegangen. Wie üblich gab es Bier und Brezeln, es war eine Menge los, und die Stimmung war gut. Die Übertragung lief über die ARD, also in deutscher Sprache - eine nette Abwechslung für mich, da ich sonst lediglich Deutsche Welle per Live-Streaming übers Internet empfangen kann.

Irgend jemand hatte auch eine Vuvuzela dabei. Zum Glück wurde sie nur sehr sparsam eingesetzt. Andernfalls hätte der Tröter mit Sicherheit von allen ordentlich eins auf die Ohren bekommen, hihi.

Das Lyoner Institut hat übrigens auch eine eigene Facebook-Präsenz.

Zur internautilus Facebook Seite geht es hier. Dort gibt es noch weitere Fotos vom Public Viewing im Goethe Loft. Schaut mal vorbei.

Und nun gilt es, den Deutschen gegen die Briten die Daumen zu drücken. Dieses Spiel werde ich in Deutschland angucken können: Ich fahre übers verlängerte Wochenende zu Family und Freunden :-)

Der Lyoner Rhonexpress - schneller von der City zum Flughafen

Ab dem 9. August wird die Busverbindung, der so genannte “Satobus”, zwischen Lyoner Innenstadt und Flughafen Saint Exupéry eingestellt. Statt dessen wird das langjährige Projekt LESLYS in Form des Rhônexpress auf die Schienen gehen. In weniger als 30 Minuten (vorher waren’s je nach Zusteigeort auch nicht viel mehr) geht’s vom Bahnhof Part Dieu direkt zum Flughafen - mit zwei Haltestellen an Vaulx-en-Velin La Soie und Meyzieu. Ziemlich unpraktisch für all diejenigen, die bis 2010 den Bus entweder am Bahnhof Perrache oder den U-Bahn Stationen Grange Blanche oder Mermoz nehmen konnten.

Auch die Kosten sind für die vermeintlich schnelle Verbindung sehr hoch: 13 Euro für eine Fahrt; 23 Euro für eine Hin- und Rückfahrt. Der Bus war hier mit 8,90 Euro beziehungsweise 15,80 Euro eine gute Alternative zum Auto.

Mir ist schleierhaft, weshalb der “Satobus” abgeschafft wird (nun ja, das wird wohl mit irgendwelchen regionalen Subventionen zusammenhängen). Die kritischen Stimmen zum Thema werden allmählich lauter.

Und schließlich: Besonders schön sehen die neuen Trams nicht aus. Ich begegne diesen roten Dingern seit einigen Tagen regelmäßig auf dem Weg nach Hause, und irgendwie erinnern mich diese Teile an die alten Modelle der Freiburger Straßenbahn… Nicht vergleichbar mit den sonst eher futuristisch angehauchten Lyoner Trams.

Ach ja, zusammengebaut wurden die Maschinen in Berlin, wie ich der Rhonexpress Homepage entnehme. Die Internetpräsenz könnte ebenfalls ein Face-Lifting und frischen Content vertragen. Die letzten News stammen aus Dezember 2009…

Da lob ich mir da Video vom lokalen TV-Sender TLM. Deshalb hab ich es gleich hier unten gepostet.

Wohnungssuche in Frankreich - Notwendige Unterlagen

Foto von IRIS-PhotoEnde Juli oder Anfang August werde ich von Lyon nach Straßburg umziehen. Abgesehen, dass bis dahin noch einiges zu erledigen ist (Möbel verkaufen - Interesse? Bitte hier melden - Strom und Wasser abmelden, Umzugskartons organisieren, Hausputz, ausmisten und anderweitigen Papierkram vervollständigen), muss ich natürlich auch eine Wohnung in der neuen Wahlheimat finden.

Als ich 2006 ein Appartement in Lyon gesucht habe, habe ich bereits einen Beitrag mit Links und ersten Tipps zur Wohnungssuche in Frankreich verfasst. Das gilt im Großen auch heute noch.

Dieses Mal möchte ich kurz (oder eher länger) beschreiben, welche Unterlagen nötig sind, um sich für ein Domizil in einer französischen Stadt zu bewerben. Ja, bewerben! Denn einem (oder zwei) Wohnungssuchenden wird das Leben hier nicht unbedingt leicht gemacht. Der den Wohnungseigentümer vertretenden Agentur müssen in der Regel mindestens folgende Dinge in Kopie zur Verfügung gestellt werden:

  • Personalausweis
  • die letzten 3 Mietbelege, die beweisen, dass die Miete fristgerecht bezahlt wurde
  • die letzten 3 Gehaltszettel
  • den Gehaltszettel des Monats Dezember (darauf wird ersichtlich, wieviel der Antragsteller im Gesamtjahr verdient hat)
  • den letzten Steuerbescheid
  • Bescheid über die bezahlte Wohnungssteuer
  • eine gültige Bankverbindung in Form eines RIB (Relevé d’Identité Bancaire)
  • eventuell auch einen Arbeitsvertrag oder eine Bescheinigung vom Arbeitgeber
  • evtl. die Nennung von finanziellen Garanten, die im Falle der Zahlungsunfähigkeit belastet werden

Danach wird der Antrag geprüft und im günstigen Fall, darf man die gewünschte Wohnung beziehen. Wehe dem, der sich in der Probezeit befindet oder nicht genügend Geld verdient. Es könnte sein, dass dieser nicht so schnell eine gute Bleibe findet.

Andererseits kann ich die Eigentümer verstehen, denn wer möchte schon einen zahlungsunfähigen Mieter haben? Ist halt nur nicht so praktisch, vor allem, wenn man die Wohnungssuche aus knapp 500 Kilometern Entfernung betreibt!

Aber nächstes Wochenende geht’s los: Die Besichtigungsliste ist gemacht, die Besichtigungszeiten organisieren wir diese Woche und dann wäre es gut, wenn wir unser Glück spätestens Dienstag in einer Woche gefunden hätten.

Das Foto oben rechts stammt übrigens von IRIS-Photo! Danke, Gosia!

Christophe Willem am 11. Juni in Lyon, Halle Tony Garnier

Für sein letztes Konzert der ersten Edition der “Coffee Tour” hatten sich leider nur relativ wenige Fans in die Halle Tony Garnier eingefunden. Lag’s eventuell daran, dass Frankreich an dem Abend sein erstes WM-Spiel gegen Uruguay hatte? Keine Ahnung.

War jedenfalls klasse. Und wenn der Sänger dann mal eben ins Publikum runtersteigt, durch die Menge läuft und auf dem Ton-Mischpult den Clown spielt, ist das einfach genial. Danach hat er sich zwei Mädels geschnappt und mit denen eine kleine Choreographie einstudiert. Vor unseren Augen.

Zum Abschluss hat er der Menge noch ein paar lustige Dinge erzählt, Céline Dions Titanic-Song durch den Kakao gezogen und erklärt, dass er dieses Mal in Lyon leider keine heiße Waffel essen würde - er müsse auf seine Linie achten. Dabei ist er doch so ein schmales Hemd.

Als er nämlich das letzte Mal in Lyon spielte, hatte er den leckeren Geruch von Waffeln in der Nase und hat sich direkt von der Bühne runter eine bestellt. Der Service hat nicht gezögert und hat ihm eine Nutella-Waffel gebracht. Wie er nun meinte, war ihm das Zeug nach einem Bissen für eine ganze Weile auf den Zähnen hängengeblieben ;-)

Fazit: Toller Künstler zum Anfassen - im wahrsten Sinne des Wortes - mit Witz und relativ wenig Starallüren.

Ein Video direkt aus der Konzerthalle (Youtube). Enjoy!

Französische Parkplatzbaukunst

Das passiert, wenn Franzosen mal eben schnell einen billigen Parkplatz in ein Gebiet bauen, das vorher “Wüste” war. Naja, hat ja immerhin fast ein Jahr gehalten, nachdem der neue “Parc d’Activité de Sermenaz” in Rillieux La Pape im Sommer 2008 in Betrieb genommen wurde - direkt neben der Müllverbrennungsanlage.

Mich stört das im täglichen Gebrauch nicht, also bei der Arbeit (und ich habe gar kein Auto). Nur, wenn mich ein netter Kollege im Auto mitnimmt - z.B. um in der Mittagspause schwimmen oder essen zu gehen - dann kann es passieren, dass ich eben genau in dieses Riesenloch tappe.

Inzwischen parkt da fast keiner mehr… Die “Experten” sind letzte Woche schon vorbeigekommen und haben eine “Expertise”" gemacht. Ich nehme an, dass das Loch bis Anfang 2011 dann tatsächlich gestopft ist ;-)

Na dann viel Glück, ich werde zu dem Zeitpunkt schon längst nicht mehr in Lyon sein. Doch dazu später mehr. Zum Vergrößern des Bildes, bitte darauf klicken.

Auf Besuch in Metz - Lothringen, Frankreich

Ist schon einen Monat her, dass ich dort war. Ich war zwischenzeitlich sehr gut ausgelastet und habe unter anderem auch eine Facebook Seite für internautilus kreiert. Einfach mal vorbeischauen und Fan werden (bzw. “liken”) - Danke!

Dort habe ich auch schone einige Fotos zu meinem Trip nach Metz eingefügt, die öffentlich einsehbar sind. Für den Beitrag hier habe ich ein Bild des niegelnagel-neuen Centre Pompidou Metz ausgewählt, das während meines Aufenthalts aktuell eingeweiht wurde. Am 11.05. war sogar Präsident Sarkozy persönlich zur offiziellen Eröffnung anwesend und hat die Gelegenheit genutzt, der Region Lothringen ein wenig Hoffnung (oder nur Versprechungen?) zu machen.

Besichtigen konnte ich den neuen Metzer Kulturtempel allerdings leider nicht, da wir an dem Tag weiter nach Trier gereist sind. Aber wie ich im Nachhinein erfuhr gab es während der ersten 5 Tage, in der Öffentlichkeit das Museum kostenfrei besuchen konnte, einen dermaßen starken Andrang, dass wir uns eh nur die Beine in den Bauch gestanden hätten. Das nächste Mal seh ich mir das bestimmt an!

Metz ist allgemein eine sehr angenehme, feine und auch schöne Stadt. Die Saint-Etienne Kathedrale ist allemal sehenswert, natürlich ebenfalls in dem typischen Gelb des Lothringer Jaumont Steins gehalten. Für Studenten, die nicht eine extrem pulsierende Metropole brauchen, genau das Richtige. Hier mündet die kleine Seille in die große Mosel, die dann direkt nach Trier führt - der Partnerstadt von Metz. Und so schließt sich der Kreis.

Bilder von meiner Trier-Reise habe ich übrigens auch auf der Facebook-Seite eingestellt - wie immer mit meinen Kommentaren :-)

Weitere Infos zu Metz auf Wikipedia

Tour Oxygene in Lyon und Fourvière wird weiter renoviert

Gestern wurde Lyons neuer Riesenturm, die Tour Oxygène, eingeweiht. Nach knapp zwei Jahren Bauarbeiten (seit Juli 2008), die ich beinahe jeden Morgen auf meinem Weg zur Arbeit mitverfolgen konnte, ist das 115 Meter hohe Gebäude fertig gestellt worden. Darin befinden sich vor allem Büros der SNCF. Einige Mitarbeiter der französischen Eisenbahn SNCF haben während der Feierlichkeiten vor dem Turm protestiert - weil bestimmte Abteilungen der Bahngesellschaft dorthin ausgelagert wurden. Was wäre Frankreich ohne seine Proteste, Demonstrationen und Streiks?

Vor einem Monat wurde der Übergang vom Einkaufszentrum La Part Dieu zum Turm Oxygène, der so genannte Cours Oxygène, eingeweiht. Nun können Shopper in 25 weiteren Geschäfte auf 15.000 Quadratmetern flanieren. Ich habe mir das Ganze im Mai angesehen und Bilder gemacht. Nebenstehend der Blick aus dem neuen Shop-Paradies auf den Tour Oxygène (zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken).

Die Renovierungsarbeiten an der Notre Dame de Fourvière Basilika gehen unterdessen weiter. Zwischenzeitlich wurde der Aussichtsturm der Basilika einer Verjüngungskur unterzogen und steht der Öffentlichkeit in ungefähr zwei Wochen wieder zur Verfügung. Dieses “Observatoire” ist mit seinen 340 Metern der höchste, für den gemeinen Bürger zugängliche Ort in Lyon.

Als nächstes wird das Dach erneuert! Um die Bauarbeiten zu finanzieren, ruft die Stadt ihre Bewohner zu Spenden auf. Diese sollen die noch fehlenden 1,3 Millionen Euro des sich insgesamt auf 5 Millionen Euro belaufenden Projektbudgets vervollständigen. Die Basilika selbst konnte im 19. Jahrhundert dank privater Spenden erbaut werden. Daher hoffen die Baumeister darauf, dass die Tradition und die Liebe der Lyoner zu ihrem Denkmal das nötige Kleingeld liefern wird. Ich wünsche viel Erfolg!