Konzerthalle - La Halle Tony Garnier: Zazie à Lyon

In der Halle Tony Garnier, die von dem gleichnamigen berühmten Lyoner Städtebauer und -architekten 1928 fertig gestellt wurde, finden regelmäßig größere Aufführungen, Live-Konzerte und Kongresse statt.

Die Halle ist sehr groß (was ja auch Sinn der Sache ist) und erinnert mich von ihrer Dachkonstruktion innen an eine riesige Scheune.

Zu diesem beliebten Konzertort, der nur eine Haltestelle vor dem berühmten Fußballstadion Stade de Gerland (das übrigens auch von Garnier realisiert wurde) entfernt liegt, gelangt man am besten mit der U-Bahn. Mit der Linie B Richtung Stade de Gerland, Station Debourg. Von dort sind es noch ca. 3 Minuten Fußmarsch. Einfach den Massen folgen, die sich zum Spektakel begeben, dann kann nichts schief gehen.

Ich habe gestern dort Zazie live gesehen und gehört, was wie immer ein besonderes Erlebnis war. Schade, dass ihre Musik nicht in Deutschland bekannt ist. Daher hier ein kleines Amateurvideo, das ich auf youtube gefunden habe, und das einen Zazie-typischen Ausschnitt ihres Werkes und Wirkens zeigt ;-) Ich nehme an, dass das Video bei der Sommertour gemacht worden ist.

Noch mehr Videos von der 2007 Tour gibt es hier: http://www.dailymotion.com/group/75781. Viel Vergnügen.

Auf dem heiligen Hügel Lyons: Fourviere

funiculaires-fourviere.jpgDann und wann packt es mich, und ich brauche einen guten Überblick über die Stadt, durch deren - zumeist - enge Gassen und Straßen ich mich bewege. Also mache ich mich auf den Weg zur U-Bahn, fahre mit der Linie D bis zur Altstadt, Haltestelle Vieux-Lyon, steige um in die Zahnradbahn, les funiculaires, und lasse mich binnen zwei Minuten auf den Hügel La Fourvière hochziehen. Das gewisse mulmige Gefühl im Bauch, wenn es die steile Auffahrt (siehe Foto links, bitte zum Vergrößern darauf klicken) hinaufgeht, gehört mit dazu - ein bisschen Nervenkitzel muss halt schon sein, auch wenn ich immer sehr froh bin, wenn die Bahn oben ankommt…

fourviere-2007-09.jpgOben angekommen, wird einen die Größe und der Prunk der Basilika Notre Dame umhauen (bitte auf das Foto klicken, um es zu vergrößern). Von außen gefällt mir diese Kirche jedoch wesentlich besser als von innen, denn einen derart mit (kitschigen) Bildern und Mosaiken vollgepfropften religiösen Ort habe ich bisher nur selten gesehen. Daher erspare ich mir jedes Mal einen Rundgang durch die Kathedrale, obwohl die sich nebenan befindende Krypta viel schöner sein soll. Ich habe mich aber noch nicht hinein gewagt.

ausblick-fourviere2.jpgDenn, wenn ich auf dem Berg bin, habe ich nur eines im Sinn: Die Aussicht auf die Stadt und Umgebung. Wenn mir dazu noch ein wenig der Wind um Nase und Ohren weht, bin ich gänzlich zufrieden und beginne nach einer gewissen Zeit zu Fuß den Abstieg. Dafür bieten sich verschiedene Wege an, z.B. durch den Parc des Hauteurs, dem Lyoner “Höhenpark”. Doch dazu ein andermal mehr.

Bildquelle: Fotos selbstgemacht. Bitte auf die Bilder klicken, um sie in ihrer vollen Größe zu sehen.

Fünf Jahre Lyon - ein Rückblick

blick-fourviere-lyon.JPGHeute ist es genau fünf Jahre her, dass ich nach Lyon gekommen bin. Damals war ich für ein halbes Jahr als ERASMUS-Studentin an der Universität Lyon III Jean-Moulin eingeschrieben. Nach meinem in Deutschland beendeten Studium bin ich 2004 zurück nach Lyon gegangen, um dort zu arbeiten - was ich heute auch immer noch tue.

Zeit für einen kleinen, teilweise nostalgischen, Rückblick, vor allem zu meinem ERASMUS-Aufenthalt. Denn in den sechs Monaten Uni-Austausch habe ich in Lyon

  • dank meiner Studienkollegin Nathalie, mit der ich netterweise mit dem Auto nach Lyon gefahren bin, sofort eine Kostprobe von den unergründlichen und unzähligen Einbahnstraßen bekommen
  • mich aber trotzdem so gut wie nie zu Fuß verlaufen
  • trotz meines fortgeschrittenen Studiums der französischen Sprache feststellen müssen, dass es mir nur selten gelang, ein Wort dieser Sprache zu verstehen
  • am eigenen Leib erfahren, wie man sich fühlt, wenn man als Ausländer für Papiere stundenlang bei Behörden anstehen muss (dabei hatte ich es als EU-Bürger vergleichsweise bestimmt noch ziemlich einfach)
  • meine Vorliebe fürs Brücken Überqueren entdeckt, vor allem die Rhône Brücken, denn da kann man oftmals die Alpen in der Ferne ausmachen
  • eine meiner schönsten Geburtstagsparties gefeiert, und das mit Menschen, die ich noch nicht lange kannte
  • bei der Biennale de la Danse auf der Place des Terreaux mit mexikanischen Studenten Salsa getanzt
  • den wohl verrücktesten Bierkenner und -trinker aus Canada kennen gelernt, der zudem einen ausgeprägten Faible für die Kultur des französischen klassischen Jahrhunderts hat
  • weltoffene und europäisch-denkende Briten getroffen, was in sich schon einen Widerspruch darstellt :-)
  • verstanden, weshalb französische Studenten nie (Frei-)Zeit haben (oder sich diese nehmen?)
  • das französische Ritual und savoir-faire beim Essen kennen und schätzen gelernt
  • gemerkt, dass Franzosen nicht unbedingt dem Ideal entsprechen, das ihnen von außen angedichtet wird
  • gelernt, dass ich mich in Supermärkten auf lange Warteschlangen und -zeiten einstellen muss
  • festgestellt, dass, wenn man ein Halbes (Bier) - un demi - bestellt, lediglich 250 ml dieser Flüssigkeit serviert werden
  • kurzum, einen neues, positiveres Nationalbewusstsein erlangt und eine verdammt gute Zeit verbracht

Ach ja, und studiert habe ich nebenher natürlich auch noch: Das Leben, das Land, die Leute, die Kultur und natürlich - deswegen war ich ja da - die Sprache.

Restaurants in Lyon - Ab 15 Euro aufwärts

Nach meinem ersten Beitrag zu einigen besuchenswerten Restaurants für kleinere Budgets, folgt heute (endlich) der zweite Teil. Dieses Mal mit einer Auswahl an Gasthäusern der mittleren Preisklasse:

Fubuki - japanisch, Tepanyaki, Sushi

restaurant-fubuki-lyon

Dazu fallen mir nur drei Worte ein: Lecker, super gut, beeindruckend!

Wenn ich dort essen gehe, setze ich mich immer an die “table chauffante“, das ist eine Art Riesenkochplatte, an der vor den Augen der Gäste gekocht wird. Die Kochzeremonie ist ein echtes Spektakel, da der Koch gekonnt mit Messer, Salz- und Pfefferstreuer hantiert, diese ab und an durch die Luft wirbelt und zwischendurch auch mal zum Spaß eine Garnelenflosse über den Tisch oder direkt in seine Kochhaube fliegen lässt.

Schon Hunger bekommen? Reservieren ist sinnvoll, da dieses Restaurant sehr klein und meistens gut besucht ist.

 

Adresse:
17 Rue Gentil
69002 Lyon
Metro Station Hôtel de Ville oder Cordeliers
Tel. : +(33) 4 78 30 41 48

 

Cuisine au Wok - chinesisch à la Paul Bocuse

restaurant-cuisine-au-wok-bocuse.jpgWer einmal chinesische Kochkunst nach Paul Bocuse Manier probieren möchte, ist hier genau richtig. Der Küchenchef hat sein Diplom am Bocuse Institut abgelegt und erfreut seine Gäste mit einzigartigen Wok-Gerichten. Das Restaurant ist komplett rauchfrei, und das Ambiente ist sehr ruhig. Unter der Woche wird eine vergünstigte Mittagskarte angeboten. Der Kellner ist professionell und erklärt gerne jedem Gast den chinesischen Rechenschieber, der auf einem der Tische ausliegt. Leider habe ich seine Ausführungen schon längst wieder vergessen. Aber ich gehe ja bestimmt bald wieder dort essen :-)

Adresse:
3 rue Plat, 69002 Lyon
Metro Haltestelle: Bellecour
Tel.: +33 478 42 13 86

Cuisines et Dépendances: Fisch essen in Edelatmosphäre

restaurant-cuisine-et-dependances.jpgEin Muss für alle Fischesser! Das Restaurant ist winzig klein (einige Tage vorher reservieren ist Pflicht!), mit schwerem Mobiliar ausgestattet und eher dunkel gehalten. Das Essen wird nach moderner Art auf großen Tellern mit minimalem Inhalt serviert und mit allerlei Sößchen und Blättern optisch aufgemotzt. Ist aber alles wunderbar fein, und satt wird man alle Mal. Wie es bei etwas edleren Gasthäusern gebräuchlich ist, kommt der Chefkoch nach getaner Arbeit aus seiner Küche und unterhält sich mit seinen Gästen über das Essen.

Wie bereits erwähnt, reservieren, vor allem zum Wochenende hin, ist dringend zu empfehlen.

Adresse:
46 Rue Ferrandière
69002 Lyon
Metro Haltestelle Cordeliers
Tel :+33 4 78 37 44 84

 

Rouge Tendance: Internationale Gerichte mit Hang zum Wok

rouge-tendance-lyon.gifDieses Restaurant sieht sich als Spezialist für internationale Küche und bietet allerlei Gerichte aus verschiedenen Ländern an. Hier möchte ich jedoch kurz anmerken, dass der Akzent bei aller Liebe zur Internationalität auf amerikanischen Burgern, Spare Ribs und auf einigen Schlagern aus Italien und Thailand liegt. Denn die wirkliche Hauptattraktion sind die Wok-Köche, die die von den Gästen selbst ausgesuchten Zutaten vor deren Augen zubereiten. Die eine oder andere Stichflamme kann einem dann schon mal das Herz in die Hose rutschen lassen :-) Rouge Tendance habe ich jedes Mal als proppenvolles Restaurant erlebt. Die Klientel ist sowohl von Leuten, die als branchés (modebewusst, ein wenig yuppie-mäßig) bezeichnet werden können, als auch von jungen Familien geprägt. Das Wok-Spektakel sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen.

In Lyon gibt es zwei Adressen dieses In-Restaurants, wobei ich die Lokalität im 8. Arrondissement bevorzuge.

Adressen:
74 boulevard Jean XXIII, 69008 Lyon
Tel: +33 4 78 00 15 15
Metro Haltestelle: Grange Blanche
Tram Haltestelle: Bachut, Mairie du 8ième

Part Dieu
Placette Bouchut, 69003 Lyon
Tel: +33 4 72 84 40 40
Metro Haltestelle: Part Dieu

Internet: www.rougetendance.fr